Fazit

Mit diesem vorerst letzten Blogbeitrag, möchten wir zurückblicken, ausblicken und ein Fazit der Reise zu unseren Partnern im Kirchenkreis Otjiwarongo  ziehen. Aufgrund unserer vielfältigen Arbeitsbereiche, der unterschiedlichen Rollen im Rahmen der Partnerschaft und unserer ganz persönlichen Sichtweisen, sind es gleich mehrere Resümees geworden.

Anja Neuhaus (Vorsitzende des Partnerschaftskomitees im Kirchenkreis Wesel)

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14 Tage voller beeindruckender, belebter und inspirierenden Begegnungen liegen hinter uns. Vieles hat mich zutiefst berührt und mir wurde deutlich klar, dass die Partnerschaft zu unseren Partnergemeinden sehr präsent ist und wir in jeder Gemeinde von Freunden begrüßt wurden. Häufig wird unsere Arbeit auf die finanzielle Hilfe herunter gebrochen und man sieht die Geschichten dahinter nicht. In Namibia habe ich es anders erlebt. Die Gemeindemitglieder sind engagiert und wollen eine Verbesserung der Lebensumstände herbeiführen und wir als Partner werden an diesem wichtigen Weg beteiligt.

Anja Neuhaus

 

Annette Salomo (Vorsitzende des Partnerschaftskomitees im Kirchenkreis Tecklenburg)

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Partnerschaft lebt von Begegnung! Das haben wir eindrücklich erlebt! In
dieser Begegnung ist Vertrauen gewachsen. Unser Austausch wird in
Zukunft intensiver sein, dabei helfen nicht zuletzt die sozialen Medien.
Wir haben aufeinander gehört und konkrete Zukunftspläne besprochen, wie
z.B. das Exchangeprogramm für junge Frauen oder die
Partnerschaftvereinbarung. Wir haben diskutiert, gelacht, gebetet und
gesungen und sind uns in aller Verschiedenheit sehr nahe gekommen. Diese
Erfahrungen lassen mich zuversichtlich in die Zukunft blicken. Unser
gemeinsamer Glaube wird uns tragen, auch über viele Herausforderungen
und Hürden hinweg.
Annette Salomo

Dirk Schoppmeier und Michaela Leyendecker (Jugendreferent/in der Kirchenkreise Tecklenburg und Wesel)

Die Reise war für uns, egal ob 13 Jahre nach dem ersten Aufenthalt oder zum ersten mal in Namibia, eine besondere Erfahrung. Die Begegnungen in den Gemeinden waren sehr herzlich und von großer Offenheit geprägt. Das Fragen zur Jugendarbeit eine so zentrale Rolle einnehmen, war eine positive Überraschung. Die Verantwortlichen in den Gemeinden haben Jugendarbeit als eine zentrale Herausforderung und Aufgabe zur Zukunftssicherung erkannt. Sie stehen neuen Wegen und Angeboten für die Jugend aufgeschlossen gegenüber, um sie künftig wieder stärker an ihre Kirche binden zu können. Toll, dass wir mit den „Girlsclubs“ schon auf erste konkrete und zum Teil sehr erfolgreiche Initiativen gestoßen sind, die wir mit unseren Plänen für das Austauschprojekt junger Frauen in Zukunft hoffentlich weiter stärken und beflügeln können.

Bedrückend war der Stillstand bzw. die Rückschritte, die wir an einige Orten erlebt haben. Der einsame, fast aussichtslose Kampf von Schwester Salfine gegen die allergrößte Not in Kalkfeld, die inzwischen  von der Kirche aufgegebenen Kindergärten, oder die Situation der Hostels, in denen es nach wie vor an viel zu Vielem fehlen fehlt, zeigen wie weit der Staat und die Kirche im Sozial- und Bildungssektor noch vom Erreichen selbst gesteckter Ziele entfernt sind.

 

Dr. Jean-Gottfried Mutombo ( Regionalpfarrer der MÖWe/ EKvW)

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Die Kirche steht im Mittelpunkt des gemeinschaftlichen Lebens, wo die Pfarrer eine führende Rolle spielen. Ihre Leidenschaft für die Menschen und für das Leben der Gemeinden lässt sich nicht durch die schwierigen Arbeitsbedingungen ausgleichen. Die Kontextualisierung der  lutherischen Liturgie durch die lokale Musik und die Gebete zu erfahren ist, erklärt für mich entscheidend die Lebendigkeit des Gottesdienstes und des Gemeindelebens. Die Gemeinden, die auf Grund ihrer finanziellen Schwierigkeiten nicht in der Lage sind, eigene Pfarrer zu anzustellen, benötigen  meiner Meinung die Unterstützung des gemeinsamen Kirchenkreises.

Die charismatischen Gemeinden werden als Gefahr betrachtet. Besser wäre es meiner Meinung, die Herausforderung anzunehmen und  sogar  in  einigen Punkten von Ihnen zu lernen. Die Pfarrkonferenz könnte ein geeignetes Forum sein, um unter anderen solche Fragen zu analysieren und zu beantworten. Die Ökumene vor Ort mit den christlichen Kirchen könnte zur Versöhnung und Zusammenarbeit führen um die Probleme der Menschen holistisch zu lösen. So könnte die Kirche als Salz und Licht der Region sein.

 

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Kamanjab – die letzte Station auf unserer Reise

Der Weg von Opuwo nach Kamanjab war lang.Er führte uns an der Etoshapfanne vorbei durch ein hügeliges Hochland. Namibia ist ein wunderschönes Land. Wir können uns nicht sattsehen an der Schönheit der Landschaft und der Berge.
In Kamanjab angekommen fahren wir als erstes ins Kirchengelände. Neben der Kirche befindet sich das Hostel. Es ist im selben Jahr gebaut worden, wie die Kirche – 1966. Das Hostel ist gründlich renovierungsbedürftig. Aber der Empfang war ein ganz besonderer! Die Kinder haben mit einer Begeisterung gesungen, die ansteckend war. So viel Freude, soviel Lebenslust, soviel Energie!

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Sehr schnell haben uns die Kinder vermittelt, welche freundliche und harmonische Atmosphäre in diesem Hostel herrscht. Die Lebensbedingungen der Kinder sind mehr als schlicht und einfach. Nicht für alle Kinder sind Betten vorhanden. Manche schlafen zu zweit im Bett. Bettdecken sind Mangelware. Die Duschen funktionieren nicht mehr. Wir verlassen nachdenklich dieses Haus für Kinder.

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In der Kirche warten schon die Presbyter auf uns. Später kommen andere hinzu. Der Superintendent des Kirchenkreises Pastor //Aiaseb begrüßte uns mit einem Bibelvers.

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Nach einem Gebet und vielen Chorbeiträgen kommen wir schnell miteinander ins Gespräch. Und wie in jedem anderen Treffen gibt es die Frage nach der Einbindung der Jugend in die Gemeinde. Eine junge Frau klärt uns auf, dass junge Frauen bis 35 als Jugendliche gelten, wenn sie nicht verheiratet sind. Das Bild von jungen Frauen wird durch die Familie und die Gesellschaft bestimmt und ich spüre durch die Beiträge der Redner*innen, es muss darüber geredet werden. Es ist an der Zeit, Rollenbilder zu hinterfragen und darüber zu diskutieren. Der Girls Club ist eine gute Möglichkeit,junge Mädchen an die Gemeinde zu binden und mit Ihnen gemeinsam über neue Rollenbilder, Visionen und Wünsche ins Gespräch zu kommen. Auch wenn wir einen Austausch von jungen namibischen und deutschen Frauen planen, so schließt das einen Boys Club, der sicher genauso wichtig wäre, nicht aus. In einen intensiven Kontakt mit den jungen Menschen aus der Gemeinde zu treten, ist in jedem Fall wünschenswert und an der Zeit. Musik ist da immer ein bewährtes Mittel. Eine kleine Brassband mit ganz jungen Bläsern zeigt schon beeindruckend ihr Können. Besonders imponiert mir der junge Posaunenbläser, der auf einem Bein stehen muss, um mit dem anderen Bein seine schwere Zugposaune zu stützen.

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Die anwesenden Gemeindeglieder beteiligen sich lebhaft an der Diskussion in der Kirche.  Von Kontaktmöglichkeiten von Jugendlichen hier zu Jugendlichen in Deutschland über gesellschaftliche Herausforderungen bis hin zur Stellung der Charismatischen Kirchen in Namibia gab es eine breite Palette von Themen. Fröhlich singend ziehen alle schließlich aus der Kirche aus.

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Am nächsten Tag gab es das Abschlussgespräch mit den Pfarrern und einigen Presbyter*innen. Aus allen Gemeinden waren sie nach Kamanjab gekommen, um mit uns über unsere Erfahrungen während der Reise ins Gespräch zu kommen. Wir haben uns sehr gefreut, dass sie sich die Zeit genommen und die weite Anreise nicht gescheut haben, um mit uns in der direkten Begegnung Fragen zu vertiefen und die Partnerschaftvereinbarung zu diskutieren. Einen ganzen Tag haben wir miteinander verbracht, bevor wir wirklich Abschied nehmen mussten.

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Nun ist die Zeit der Gemeinschaft vorbei. Wir haben wirkliche Nähe gespürt, um Fragen gerungen, miteinander gelacht, gesungen und gebetet. Wir haben gemeinsam um Menschen getrauert, historische und politische Fragen erörtert und uns füreinander geöffnet. Wir haben uns über Ungerechtigkeiten und manche überflüssigen Strukturen geärgert. Aber wir haben auch gespürt, dass wir gemeinsam auf dem richtigen Weg sind. Partnerschaft lebt von Begegnung. Das ist auch bei unserem letzten Meeting deutlich geworden.

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Annette Salomo

Leben zwischen Tradition und Moderne

Sesfontein, die kleine engagierte Gemeinde war unser Ausgangspunkt am 25.06.18. Der Weg über den Pass und über die Berge führte uns nach Opuwo. Schon die Anreise war ein besonderes Erlebnis. Fast 300 Kilometer führte die Schotterpiste wie eine Achterbahn rauf und steil runter. Der Weg war kurvenreich und begleitet wurden wir von atemberaubender Natur. Nicht nur einmal hielten wir an und genossen sprachlos die unfassbare Weite.

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Uns wurde wieder einmal bewusst,wie dankbar wir sein können, dies alles erleben zu dürfen.

Staubig, aber mit viel Freude kamen wir in Opuwo an. Welch ein Unterschied zu Sesfontein. Hier erlebt man afrikanisches Leben auf den Straßen. Menschen, Tiere, Autos…alles war in Bewegung.
Pastor Tjakuapi lebt und arbeitet in Opuwo als Pastor und Missionar für die Himbas. Er führte uns durch seine Stadt und nannte sie verschmitzt, das Berlin von Namibia. Als Missionar steht er im engen Kontakt zu den dort ansässigen Himbas. Die Arbeit mit den Himbas als Halbnomaden verlangt von ihm viel Geduld, Zeit, Verständnis und Einfühlungsvermögen.
Stolz führt er uns zu einem Dorf, in dem getaufte Himbas leben. An nur einem einzigen Tag baten 300 Himbas um die Taufe. Ein grosser Erfolg seiner Arbeit. Eine Kirche für die Gottesdienste soll in Kürze gebaut werden.
Innerhalb des Dorfes brennt noch das heilige Feuer.

Wir fragen nach..Passt das zusammen ? Pastor Tjakuapi sagt ja, kam er als Christ ja viel später dazu. Er will ihnen nichts nehmen, sondern vielmehr etwas dazu geben.
Dieser Balanceakt funktioniert, dank der Geduld von Pastor Tjakuapi.
Die ansässigen Himbas schätzen und verehren ihn. Eine Schule bis zur dritten Klasse wurde gebaut und die Kinder der Himbas werden in der Nähe des Dorfes unterrichtet. Wir lernen die drei jungen Lehrer kennen.

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Sie erklären uns die Struktur des Dorfes, die weiter gelebten Traditionen und machen uns klar, dass sie jetzt zwar zeitweise westliche Kleidung tragen, am Wochenende aber durchaus in ihren Traditionen leben. Es ist ihnen anzumerken, wie wichtig es für sie ist, diese Werte zu bewahren.
Wir begegnen einem Mix aus Tradition und Moderne. Alte Tänze werden uns von den Kindern gezeigt und der Schmuck der Himbafrauen wechselt rasch den Besitzer. Alles wirkt ein wenig touristisch, was mich sehr nachdenklich stimmt.

Ist es wirklich eine Win – Win Situation durch die die Himbas überleben können und wir die Traditionen noch erleben dürfen?

Von den Himbas aus fahren wir kurz in unsere Unterkunft. Ausblick, Pool… all das könnten wir nur kurz erhaschen, stand schon der nächste Termin in der Gemeinde an. In der Kirche von Pastor Tjakuapi trafen wir u.a auf Tjembas, Frauen aus Angola. Die Frauen hatten wir schon an der Tankstelle am Mittag getroffen. Dort haben sie Schmuck verkauft. Nun begrüssten sie uns in der Gemeinde…ein Erfolg der Missionsarbeit.

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Wir stellen uns der Gemeinde vor und bekommen einen Einblick in die Gemeindearbeit, die auch von der Missionsarbeit stark beeinflusst ist. Der Jugendchor „Soli Deo Goria“ singt für uns und wir freuen uns mit den jungen Menschen über einen kürzlich gewonnen Preis. Der Abend endet mit gemeinsamen Gesang.

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An dieser Stelle möchte ich mich im Namen der gesamten Gruppe bei Pastor Tjakuapi bedanken. Er hat uns auf unserer Reise begleitet, uns alles erklärt, Türen geöffnet und immer klare Worte gefunden. Die Menschen in allen Gemeinden schätzen und verehren ihn und wenn er sprach wurde zugehört. Er ist ein Hoffnungsgeber für die Menschen hier und für uns eine wertvolle Stütze.
Okuhepa Pastor Tjakuapi

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Anja Neuhaus

 

Sesfontein- ein ganz normaler Tag

Wir sind in der Kirchengemeinde in Sesfontein eingeladen. Das der Circuit von Otjiwarongo groß ist, dies bekommen wir heute so richtig zu spüren. Von Khorixas geht es 300 Kilometer in Richtung Norden. Wir starten früh am morgen von Khorixas. Ein kleines Frühstück um 7:00 Uhr in der Dämmerung, Gepäck einladen, Wasserflaschen füllen und nix wie los.

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Unsere Vorgabe ist, um 12:00 Uhr in Sesfontein zu sein, denn dann könnten wir noch das Ende des Gottesdienst mitbekommen.

Doch die Straße ist anspruchsvoll und obwohl Annette flott und forsch Kilometer um Kilometer in Angriff nimmt, wird schnell klar, dass unser Zeitplan zu optimistisch ist. Die Piste, eine unbefestigte Straße, bietet zwar unglaubliche Ausblicke auf die umliegende Gebirgslandschaft, erfordert aber auch höchste Konzentration. Leider gibt es kaum Möglichkeiten anzuhalten, weil die Seitenränder der Straße stark versandet sind. Außerdem haben wir es ja eilig. Wir kommen zu einer Veterinärgrenze, und der Beamte bittet uns eine alte Hererodame mitzunehmen.

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Das Auto wird voller, weniger durch die zarte Seniorin, als durch ihr Gepäck. Zu siebt setzen wir unseren Weg durch das Gebirge fort.

Es ist schon weit nach 13:00 Uhr, als wir Sesfontein erreichen….eine Frau hält unseren Bulli an, sie lacht freut sich, streckt ihre Hand aus…und stellt sich vor. Esther kommt gerade aus dem Gottesdienst..:um zwei Uhr sollen wir wieder da sein, denn die Gemeinde würde dann auf uns warten.

Ok….also nix mit ausruhen, sondern Gepäck ausladen, ein schnellen Kaffee trinken und ab zur Kirche.

Das Settlement wirkt auf mich völlig unwirklich, Straßen, Pisten oder Pfade kann ich als Namibianeuling fast gar nicht erkennen. Es ist staubig und karg, die Hütten liegen ein wenig verstreut im Umfeld. Annette kennt den Weg zur Kirche, da sie als einzige von uns schon hier war, dreimal.

 

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In allen, bisher besuchten Kirchengemeinden gibt es Gemeinsamkeiten: wir werden mit Musik empfangen, der Chairman stellt sich und die Gemeinde vor, wir begrüßen die Presbyter*innen und stellen uns ebenfalls vor, wir beten und singen zusammen, überreichen das neue Partnerschaftslogo.

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Dann wird diskutiert. Hier in Sesfontein geht es um die Perspektivlosigkeit im Settlement. Ein junger Mann sagt: hier gibt es einfach nichts zu tun, es gibt keine Möglichkeit zu arbeiten oder sich irgendwie zu beschäftigen. Was jungen Menschen bleibt sind Langeweile und Alkohol. Das sitzt!

Dann ganz langsam melden sich  Frauen zu Wort, sie berichten von ihren Ideen, von ihren kleinen Anfängen, von ihrem girlsclub in Sesfontein. Wie schon in anderen Gemeinden wurde die Idee der Mädchengruppen aufgegriffen und sie experimentieren damit. Erste Aktionen bürgerschaftlichen Engagements haben stattgefunden. Singen, miteinander Freizeit verbringen, anderen helfen und Probleme ansprechen, sind die Hauptaktionen dieser Graswurzelbewegung. Weiter so, denke ich…., es ist den jungen Frauen zu wünschen, dass der girlsclub wirkt.

 

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Übrigens spielt die Gemeindepartnerschaft mit der Kirchengemeinde Schermbeck hier noch eine große Rolle. Auch wenn der persönliche Kontakt in den letzten Jahren etwas es eingeschlafen ist, fühlen sich die Menschen hier, der Kirchengemeinde vom Niederrhein eng, ernsthaft und sehr ehrlich verbunden.

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Nach der Verabschiedung senden die Mädchen vom girlsclub noch eine Videobotschaften an die Schermbecker Jugend. Sie hoffen auf Antwort.

Noch schnell ein paar Fotos, Verabredungen und vor allem herzliche Verabschiedungen. Es dämmert in Sesfontein. Wir fahren schnell in unsere Unterkunft, denn das Abendessen wird nur bis 21:00 Uhr gereicht. Anschließend schreiben wir den Blog, laden Bilder hoch, checken kurz ein paar E-Mails und sprechen über den Besuch. Dabei wird es spät,……und es es wird Zeit zum schlafen, denn am nächsten Tag sind wir um 8:00 Uhr in der Früh verabredet, im alten Kindergarten von Sesfontein.

Wir sind müde. Es war ein guter Tag!

 

Michaela Leyendecker

Leben in den Hostels

In Namibia leben viele Familien unserer Partnerkirchenkreise auf Farmen, weit entfernt von dem nächsten Ort und somit auch von der Schule. Damit die Kinder zur Schule gehen können, haben Staat und Kirche Hostels eingerichtet, in denen die Kids im Alter von 6-16 Jahren Jahren leben können, wenn der Schulweg zu weit ist.
In unseren Partnerkirchenkreisen gibt es drei kirchliche Hostels, in Otjiwarongo, Fransfontein und Kamanjab. Auf unserer Reise haben wir alle drei Hostels besucht und es ergab sich in vielen Dingen ein ähnliches Bild.
Begrüsst wurden wir immer von lachenden, singenden und unbeschwerten Kindern. Der Bann war spätestens dann gebrochen, als die erste Kamera gezückt würde. Von allen Seiten schallte es..“ Here Mam.- Look “ . Das Ergebnis der Fotos würde gerne und ausgiebig begutachtet.


Im Gespräch mit den Hostelschwestern zeigte sich jedoch, dass die augenblickliche Situation sehr schwierig ist. Jedes Hostel wird geleitet von einer Matrone und 3-5 Schwestern. Dieses Team sorgt 7 Tage in der Woche für die Kinder. Der Tag beginnt für die Kinder mit einem Gebet und einer Portion Maisbrei. Danach geht es ab zur Schule. Abhängig von der Entfernung zur Schule bekommen die Kinder Brote mit oder sie kommen in der Pause zurück zum Hostel zum zweiten Frühstück. Nach der Schule erhalten alle Kinder ein Mittagessen- je nach Möglichkeit Nudeln/ Kartoffeln, Gemüse und manchmal auch Fleisch. Danach Hausaufgaben – spielen-duschen- Abendbrot.


Was wie ein ganz normaler Tag klingt, ist für die Matrones Adelheid, Franziska und Annastasia mit Team eine tägliche Herausforderung. Nachdem das Goverment die Unterstützung pro Kind/ Tag von 22 Dollar auf 12 Dollar für Strom und Wasser zurückgefahren hat, laufen die offenen Rechnungen auf. Die Gehälter der Schwestern werden teilweise nicht gezahlt und das Geld für Lebensmittel ist mehr als knapp. Sinnvolle und nachhaltige Gartenprojekte liegen brach, da das Geld für Wasser fehlt oder die Leitungen stark verkalkt sind und nicht renoviert werden können.

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Die Schlafräume der Kinder (ca. 18 Kinder pro Raum) sind überfüllt bzw. es sind zuwenig Betten da, so dass die Kinder häufig zu zweit in einem Bett liegen müssen. Mit Hilfe von Spenden sind zwar gute Matratzen vorhanden, allerdings in zu geringer Anzahl.

 


Wir fragen nach dem Warum ?
Kürzungen des Staates, hohe Kosten, keine klare Zuständigkeiten und mangelnde Unterstützung der Eltern werden häufig als Gründe genannt.
Wir bleiben ratlos zurück, sind doch die Kinder die Basis für eine mögliche Veränderung in Namibia.
Für uns ist klar: Hier wird an der falschen Stelle gespart.
Aber Aufgeben ist auch hier keine Option.
Franziska, Annastasia und Adelheid suchen stets nach Helfern in den eigenen Reihen. So hat es z.B. Franziska aus Fransfontein geschafft eine lokale Firma zu gewinnen, so dass die baufälligen Schlafräume der Kinder abgerissen und neue helle Räume erbaut wurden.

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Annastasia  aus Kamanjab
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Adelheid aus Otjiwarongo 

 

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Franziska aus Fransfontein

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Näh-und Chorprojekte laufen gut an.
Es gibt noch sehr viel zu tun, aber die Schwestern geben alles um die Hostels, und damit ein Zuhause für die Kinder zu erhalten.
Und uns klingen sicher noch lange die fröhlichen und unbeschwerten Stimmen der Kinder in den Ohren.

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Khorixas- Gemeinde im Umbruch

AD7A6375-57BA-41DC-83A2-0946136B0BA6Um 14:45 als wir die Partnergemeinde in Khorixas erreichen, warten die Gemeindeglieder fröhlich singend vor der Kirchentür mit Gesängen auf uns. Wir treffen Pfarrer Salomon Henrico Swaartbooi, den wir am Morgen schon kennen gelernt hatten. Er begrüßt uns erneut im Namen der Gemeinde mit der Losung des Tages aus 1. Samuel 12,22 und dem Lehrtext von 2 Korinther 8,9 und gibt uns die Gelegenheit uns vorzustellen.

Mit 6900 Einwohnern ist Khorixas eine wichtige Gemeinde in der Region Kunene im Damaraland.

Wir entdecken eine Kirche im Umbruch, die viele Jahre verlassen war. Pfarrer Swaartbooi, der die Gemeinde seit zwei Jahren mit Leidenschaft und Kreativität leitet, berichtet darüber. Die in einen desolaten Zustand gefundene Kirche wurde renoviert. Dort bildet die Musik einen wichtigen Bestandteil des Gemeindelebens. Als talentierter Musiker leitet Salomon auch den Gemeindechor mit ca. 90 SängerInnen. Wir wurden glücklich beschenkt, nicht nur durch die freundlichen Worte, sondern auch durch die tollen Lieder, die der Chor gesungen hat. Einige davon befinden sich, auf einer von Pfarrer Salomon selbst gebrannten CD, die er uns am Ende des Besuchs geschenkt hat.

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Die Taufe und die Konfirmandenarbeit gehören zu Umbruchszeichen. Jährlich werden zwischen 50 und 100 Kinder getauft und ca. 250 Jungendliche konfirmiert. Diese glückliche Situation wird durch die schnelle Entwicklung der charismatischen Bewegung herausfordert. Khorixas zählt 23 charismatische Gemeinden, die sich in den meisten Fälle ihre Mitglieder auch in der ELCRN-Gemeinde „angeln“. Die Jungen, insbesondere verlassen die lutherische Gemeinde um die Versprechen des Glücks, der „prosperity Gospel“ und der „einfachen Lösung“ zu folgen. Die Hinwendung zu den charismatischen Gemeinden, verunsichert die Presbyterumsmitglieder.  Sie stellen sich folgende Fragen: wie könnte die Gemeinde attraktiver für die jungen Leute sein und ein offener Ort für ihre Entwicklung werden. Wie können sie aktiver werden, und wie kann ihr Engagement über Teilnahme an den Sonntagsgottesdiensten hinaus gehen?

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Als Experten in der Arbeit mit Jugendlichen haben Michaela und Dirk ihre Erfahrungen und Idee  mit der Partnergemeinde ausgetauscht,  z.B. in der Gestaltung eines Jungendgottesdienstes, der Stärkung der bereits existierenden Girls Club, der Gründung eines Boys Club, der Entwicklung des Teamgeistes zwischen Jugendlichen untereinander.

Seit Anfang des Jahres gibt es einen Girls Club in der Gemeinde. Die Mädchen engagieren sich in der diakonischen Arbeit. Sie besuchen die Kranken im Krankenhaus und alte Menschen und geben ihnen etwas zu essen.

Die Begegnung in Khorixas war in einer freundliche Atmosphäre und ist sehr konstruktiv gelaufen. Offene Fragen und eine gute und ehrliche Diskussion ebenfalls. Sie haben erfahren wie unterschiedlich die drei Partnerkirchen im Blick auf die Mitgliedschaft, die Finanzierung der Kirche, die Lebendigkeit des Gottesdienstes, etc. sind. Aber gleichzeitig haben sie gemeinsame  Herausforderungen erkannt,  z.B. die Unregelmäßigkeit der Jugend in Sonntagsgottesdiensten, etc. Endlich sind diese Unterschiede und Gemeinsamkeit die Grundlage für die lebendige Partnerschaft, für das gute kennenlernen und das für – und miteinander Beten und das gemeinsame Mission.

Jean Gottfried Mutombo

Von Outjo nach Fransfontein

Wieder ein Tag voller Eindrücke, die kaum gegensätzlicher sein können.
Auf dem Weg nach Fransfontain lohnt sich ein Abstecher zum Fingerclip. Der Blick auf und von diesen Felsen, der wie ein erhobener Finger in der Landschaft steht, ist die 20 km Schotterpiste unbedingt wert. Vom Fuß des Fingerclip hat man einen unglaublichen Blick in die Weite des Urstromtals, aus dem sich vor Millionen Jahren die umliegenden Felsformationen, Tafelberge und weiten Ebenen gebildet haben. Die Landschaft ist einfach immer wieder grandios und zeigt, wie majestätisch, beindruckend uns die Schöpfung auch in dieser eigentlich kargen Gegend begegnen kann.

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Fransfontein, liegt etwa 30 Kilometer von Khorixas entfernt. Hunde fanden hier einst eine Quelle, um die herum sich nach und nach die Menschen ansiedelten. Mittlerweile ist der Platz ein Settelment mit über 4000 Einwohnern, die sich unter den schwierigen Bedingungen hier oft nur mit großen Anstrengungen über Wasser halten können.

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Wieder werden wir mit Musik begrüßt. Pastor Salomon Swaartboi, die Elders (Presbyter) und einige Mitglieder des Partnerschaftskommitees erwarten uns schon und sind gespannt auf die Begegnung und den Austausch mit uns.
Die Kirche wird offensichtlich liebevoll in Schuss gehalten und gepflegt. Frische Farben, wirklich schöne Kirchbänke und Blumenschmuck machen aus dem Gebäude trotz der einfachen Bauweise einen einladenden und freundlich wirkenden Ort.

Die Frage, nach der Zukunftsfähigkeit und nach den Möglichkeiten junge Menschen wieder aktiv an- und einzubinden, beschäftigt die Gemeinden im Partnerkirchenkreis wirklich sehr und steht auch in Fransfontein schnell im Mittelpunkt.
Die Gemeinde hat 2000 Mitglieder, an den Gottesdiensten nehmen durchschnittlich aber „nur (?!)“ 240 Menschen teil. Viele Gemeindeglieder, insbesondere jüngere, bleiben fern oder wenden sich anderen Kirchen zu. Es gibt auch hier eine stetig wachsende Zahl charismatischer Gemeinden. Eine Entwicklung die, genau wie die Anzahl der Bars und Bottlestores und die damit verbundenen Probleme, mit Sorge beobachtet wird. Das Presbyterium hat daher großes Interesse an den Methoden und Erfahrungen, die wir in unsern Kirchenkreisen in der Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen machen. Es ist zunächst ein kleiner Schock für die Partner, wenn wir eingestehen müssen, wie schwierig es für uns bisweilen ist junge Menschen zu erreichen und an die Gemeinden zu binden. Wir sind auf dem Weg der Entfremdung der Menschen zu ihrer Kirche leider schon einige Schritte weiter als unsere namibischen Freunde, die Zahl der Gottesdienstbesucher sagt eigentlich alles.

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Aber die Parallelen sind trotzdem nicht von der Hand zu weisen. Schnell voranschreitende gesellschaftliche Entwicklungen, die damit verbunden Veränderungen, bieten auch den Menschen hier in Namibia ein beachtliches Angebot an Alternativen. Nach der Konfirmation ziehen sich die Jugendlichen zurück und nur wenige werden noch in der Gemeinde gesehen. Die Bindung an traditionelle Formen geht verloren, mit klassischen Gottesdienstangeboten können Jugendliche und junge Erwachsene immer weniger erreicht werden.
Neuen Ideen und Experimenten gegenüber zeigen sich Pastor Swaartboi und die Gemeindevertreter aber sehr aufgeschlossen. Ihnen ist klar, dass ein „weiter so“ niemanden zurück bringt. So entwickelt sich ein munterer Austausch über die Konfirmandenarbeit, die Qualifizierung von Ehrenamtlichen und Multiplikatoren, über Jugendgottesdienste und Gruppen, insbesondere für Mädchen und junge Frauen. Vielleicht stehen die Chancen die Entwicklung positiv mitzugestalten hier gar nicht so schlecht, man nimmt die Entwicklung rechtzeitig wahr und scheint auch bereit zu sein neue Schritte und Wege auszuprobieren. Das sind doch schon mal ganz gute Ausgangsvoraussetzungen, die man sich auch hier und da bei uns wünschen könnte.

 

Die Partnerschaftsarbeit ist bekannt, kocht aber momentan eine wenig auf Sparflamme und wird unter anderen auch von NOM’os repräsentiert. NOM’os? Der Begriff ist uns schon in verschiedenen Gesprächen mit den Pfarrern und Gemeindevertretern begegnet. Es sind nicht ordinierte Mitglieder, die eine besondere Rolle und Funktion in der Gemeindeleitung einnehmen, insbesondere bei den Finanzen und der Partnerschaftsarbeit. Sie stellen scheinbar ein Bindeglied zwischen den Gemeinden, dem Kirchenkreis und der Kirchenleitung dar. Sie sollen beobachten, berichten und vermitteln, wenn es z.B. Unstimmigkeiten zwischen der Gemeinde und dem Pfarrer gibt und ggf. weitere Stellen im Kirchenkreis oder in der Kirchenleitung in Windhoek einbinden. So ganz hat sich uns und auch unseren namibischen Partnern das 2016 eingeführte Konzept noch nicht erschlossen.

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Es gibt noch einige Irritationen und Fragen, besonders zur Rolle und den Aufgaben der NOM’os im Verhältnis und im Vergleich zu den Presbytern, die ja ebenfalls nicht ordiniert sind. Auch die mit der veränderten Struktur angestrebten Ziele scheinen noch nicht ganz klar zu sein. Vielleicht erfahren wir während der Pfarrkonferenz des Kirchenkreises an der wir nächste Woche in Kamanjab teilnehmen dürfen ein wenig mehr. Wir merken aber, das wir hier auf ein Thema treffen, das den Gemeindeleitungen, den Pfarrern wie auch den NOM’os unter den Nägeln brennt.

Fröhliche Begegnungen mit Kindern sind immer wieder die Highlights unserer Reise. So auch im teilweise frisch renovierten Hostel in Fransfontein, dass wir anschließend besichtigen durften. Die Erzieherinnen haben Lieder und Tänze für uns vorbereitet in die wir in nullkommanix hineingezogen werden. Aber davon später mehr, wenn Anja über die Hostels insgesamt berichtet.

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Unsere Reise beschert uns immer wieder solche Tage. Strecken und Ziele die uns durch atemberaubende Landschaften führen. Lebensbedingungen, die den Menschen so viel abverlangen und vor deren Hintergrund die einfachsten Dinge immer wieder hart erarbeitet werden müssen. Das uns trotzdem Zuversicht und Fröhlichkeit begegnen hängt sicher auch mit der tiefen Verwurzelung der Menschen in ihrem Glauben zusammen, der ihnen Kraft gibt die ständigen Herausforderungen immer wieder anzunehmen.

Dirk Schoppmeier

Outjo

Zwischen Outjo und Otjiwarongo liegen nur knapp 70 Kilometer. Wir kommen von einer fröhlichen in eine traurige Gemeinde. Vor gut sechs Wochen ist ihr Pastor tödlich verunglückt. Eine Nachricht, die sich wie ein Lauffeuer verbreitet hatund auch bei uns mit Fassungslosigkeit und Entsetzen aufgenommen wurde. Also, was würde uns erwarten? Etwas beklommen nähern wir uns dem Kirchengelände.
Der Tod ist ein Teil des Lebens, allgegenwärtig und oft kommt er unverhofft. Die Familie und die Gemeinde trauert – und wir trauern mit. Die Familie muss den Tod des Vaters und Ernährers verarbeiten und die Gemeinde den des Pfarrers, des geistlichen Leiters.
In der Gemeinde treffen wir Mitglieder des Presbyteriums und andere ehrenamtliche Mitarbeiter. Mit Gesang und Gebet werden wir begrüßt.

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In einer gegenseitigen Vorstellung finden wir schnell gemeinsame Fragen und Herausforderungen – in Namibia und in Deutschland. Wie finden wir einen Weg, die Jugend in der Kirche zu halten? Welche Erfahrungen können uns gegenseitig helfen? Haben wir eine Vision, wie unsere Kirche als eine einladende Kirche aussehen soll.

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Das Gespräch hat lange gedauert. Nicht nur, weil alles auch vom englischen in Damara übersetzt werden musste. Nein, es dauerte lange, weil wir uns intensiv ausgetauscht haben. Viele Entwicklungen in Namibia laufen zeitverzögert ab. Der Trend der Säkularisierung ist auch in Namibia angekommen. Die Kommunikationsmöglichkeiten haben sich verändert, viele Menschen besitzen ein Smartphone. WhatsApp verändert die Kontaktmöglichkeiten. Das beeinflusst unsere Partnerschaftsarbeit enorm. Die meisten Gesprächspartner in unserer Runde halten ein Smartphone in ihrer Hand.
Aber nichts ersetzt die persönliche Begegnung, das wird auch heute wieder klar. Ein Smartphone kann man nicht umarmen, aber Menschen, die man trifft und mit denen man sich verbunden fühlt. Das tun wir auch ausgiebig. Herzlich und offen ist die Diskussion.

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Ein anschließender Rundgang durch das Kirchengelände zeigt auch die Herausforderungen. Was passiert mit dem geschlossenen Kindergarten? Ein Haus für Mitarbeiter müßte renoviert werden. Wer übernimmt vorübergehend die Aufgaben, die der Pastor inne hatte? Wie geht es mit der Gemeinde weiter?
In schweren Zeiten sollte man zueinander stehen und sich gegenseitig stützen und stärken. Das tun wir im gemeinsamen Gebet, jetzt und auch wenn wir wieder in Deutschland sind.

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Am nächste morgen bekommt Outjo hohen Besuch. Die Stadt feiert ihren 100. Geburtstag. Der stellvertretende Staatspräsident  Nangolo Mbumba besucht den Ort. Polizisten säumen die Straßen und Schüler laufen in ihrer Schuluniform zum Festplatz. Wir fahren in die entgegengesetzte Richtung nach Fransfontein, der nächsten Station unserer Reise.

Anette Salomo

Tag des Segens

Es ist kurz nach 19:00  Uhr als der Abendgottesdienst in Otjiwarongo beginnt. Unter der Musik des Posaunenchores ziehen Pfarrer John, die Ältesten  und wir in der Kirche ein, wo viele Menschen seit langem warten. Wir werden herzlich und feierlich mit Liedern begrüßt. Wir nutzen die uns gegebene Gelegenheit der Vorstellung, um die geschwisterlichen Grüße aus unseren Partnerkirchenkreisen Tecklenburg und Wesel zu überbringen. Als Geschenk bringen wir ein Banner mit dem neuem Logo der Partnerschaft mit. Was für einen Moment der Freude.

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Pfarrer John bezieht seine kurze Predigt auf 5. Mose 28:12 den Losungstext für den 20.06.2018:

Hier geht es um eine Verheißung Gottes, Segen in allen Werken des Menschen, der auf  ihn wartet. Der Prediger findet drei Gründe um den Tag zu deuten, als Tag der Erfüllung dieser Verheißung. Zunächst wird unser Besuch als Segen betrachtet. Dann kündigt er das heutige Ankommen, der von der Gemeinde  Lotte (KK-Tecklenburg) geschickten Musikinstrumente an. Er sagt: Was vom Himmel uns geschickt wird, ist natürlich kein Regen, sondern  es sind die Geschwister aus Deutschland und die Instrumente. Das ist kein Zufall, sondern Zeichen von Gottes Segen zur rechten Zeit. Annette wurde gebeten im Namen der Spender, die Instrumente an die Gemeinde weiter zu reichen.

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Sie wurden sofort ausprobiert, unter dem erfreulichen Applaus der ganzen Gemeinde.  Hintereinander haben 7 Chöre gesungen. Aber schöner war insbesondere zu hören, wie die ganze Gemeinde, die Lieder zwischen den Chören gesungen haben. Sowohl die Gemeinde,  als auch unsere ganze Delegation wurde glücklich überrascht, als mir von Pfarrer John zu meinen Geburtstag herzlich gratuliert wurde.

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Am diesem 20.06.2018  erreicht das Ereignis für mich seinen Höhepunkt, als eine alte  Frau  mir einen Stock und einen Hut reicht. Sie ist ca. 90 Jahre alt und sie ist die älteste Mitglied der Gemeinde. Berührt durch die Liebe und die Würdigung der Gemeinde, konnte ich meine Tränen nicht zurückhalten. Ich war sprachlos. Ich konnte auch auf Gesichtern von vielen Menschen erkennen, wie sie meine Emotion geteilt haben.

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Nach mehr als zwei stündigem Gottesdienst wurden wir vom Posaunenchor im Gemeindehaus empfangen, wo das geplante Gespräch mit dem Partnerschaftskomitee durch die Fortsetzung der Geburtstagsfeier ersetzt wurde. Auf dem Tisch stehen zwei Torten, um meinen Geburtstag weiter zu feiern. Eine ist mit der kongolesischen Fahne geschmückt. Noch immer bin ich sprachlos und begeistert. Als ich beginne den Kuchen zu teilen, begreife ich  mehr und mehr, wie ich in Namibia zu Hause bin, unter meinen Geschwistern. In Christus, Deutschland, Kongo und Namibia gehören zusammen. Denn der Glaube in Jesus Christus verbindet. Wir sind Kinder der Familie Gottes. Wir, die aus Deutschland in der Ferne, gekommen sind,und die in Otjiwarongo, in der Nähe leben, haben gemeinsam als Schwestern und Brüder gefeiert. Ein Grund der Dankbarkeit und der Freude!

Jean-Gottfried Mutombo

 

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